Tierisch aktiv

Sport und Spaß mit dem Hund – darum dreht sich alles bei den Eschweiler Hundefreunden. Und auch die zweibeinigen Besitzer kommen dabei nicht selten ins Schwitzen…
Gruppenbild mit Zwei- und Vierbeinern: Bei den Eschweiler Hundefreunden stehen Sport und Spaß mit dem Hund im Mittelpunkt.
Irene Rother mit einem ihrer Schützlinge
Irene Rother mit einem ihrer Schützlinge

Es ist Mittwoch, kurz nach 18 Uhr. Auf dem Übungsplatz der Eschweiler Hundefreunde geht es heiß her, was nicht nur am herrlichen Wetter an diesem Juliabend liegt. Schweißtreibend sind auch die Übungen, die Mensch und Hund hier absolvieren – Turnierhundesport steht auf dem Programm, und der fordert den Vierbeinern genauso wie ihren zweibeinigen Besitzern einiges ab. Übungsleiter Georg Kauert hat einen Hindernisparcours aufgebaut, der heute eingeübt werden soll: Die Hunde müssen unter anderem durch einen Tunnel laufen, über einen Steg balancieren, eine Tonne überwinden und zwei weitere Hindernisse überspringen – und das möglichst schnell. Daneben ist ein Slalom aufgebaut: Hund und Hundeführer müssen hier zusammen durch die Slalomtore rennen – und zwar so, dass sie sich dabei möglichst nicht verlieren, denn beide sollen möglichst zusammen im Ziel ankommen.

„Das ist gar nicht so einfach, denn Hund und Hundeführer müssen dafür nicht nur beide fit sein – genauso wichtig ist es, dass sie auch miteinander harmonieren und während der Übungen in ständigem Kontakt bleiben“, weiß Walter Rother, der erste Vorsitzende der Eschweiler Hundefreunde. Er ist heute mit Chucky und Milo, seinen beiden Shelties (kurz für Shetland Sheepdog), auf dem Übungsplatz – sie sind ein eingespieltes Team, und man merkt, dass die Aufgaben den Tieren mindestens genauso viel Spaß machen wie Walter Rother.

Beim Turnierhundesport kommen Mensch und Hund richtig in Schwung.
Beim Turnierhundesport kommen Mensch und Hund richtig in Schwung.

Leichtathletik mit dem Hund

„Es geht uns darum, mit unseren Hunden mehr zu machen als nur spazieren zu gehen“, sagt Irene Djantar, die 2. Vorsitzende der Eschweiler Hundefreunde. „Der Turnierhundesport, kurz THS, bietet dazu vielfältige Möglichkeiten. Im Prinzip ist das Leichtathletik mit dem Hund.“ So können Tier und Mensch ihre Fähigkeiten beispielsweise im Vierkampf unter Beweis stellen: Dabei muss der Hund einen Hindernislauf, einen Slalomparcours und einen Hürdenlauf absolvieren, während der Hundehalter daneben Schritt zu halten versucht. „Das kann einen ganz schön ins Schwitzen bringen, denn wir laufen ja nur auf zwei Beinen“, so Walter Rother. Die vierte Disziplin sind diverse Unterordnungsübungen, die zeigen sollen, dass Hund und Hundeführer ein perfektes Team sind – vom Fußlaufen mit und ohne Leine bis hin zur Ausführung von Befehlen wie „Sitz“ und „Platz“.

Miteinander statt gegeneinander

Wer sich richtig verausgaben will, kommt beim THS ebenfalls auf seine Kosten: Beim Geländelauf gehen Hund und Mensch joggen, wobei der Hund an einer höchstens zwei Meter langen Leine geführt wird. „Das Ganze geht über einen, zwei oder fünf Kilometer, und zwar gegen die Uhr“, erklärt Walter Rother. „Die wird erst gestoppt, wenn beide, also Mensch und Hund, im Ziel sind. Und in den meisten Fällen ist die Kondition des Hundes nicht das Problem“, fügt er lachend hinzu. Auch Mannschaftswettbewerbe gibt es beim Turnierhundesport – z.B. den sogenannten Combinations-Speed-Cup, bei dem mehrere Teammitglieder ähnlich wie bei einer Staffel jeweils einen Teil des Gesamt-Parcours bewältigen. „Das fördert vor allem den Teamgeist, und zwar sowohl beim Mensch als auch beim Hund“, weiß Walter Rother. „Überhaupt geht es uns beim Hundesport mehr um das Miteinander als um das Gegeneinander – auch wenn natürlich jeder eine möglichst gute Zeit erreichen will.“

Apropos Zeit: Damit die Ergebnisse der diversen Disziplinen vor allem auf Wettkämpfen einigermaßen vergleichbar sind, werden die Teams nach Altersklassen bewertet. „Ausschlaggebend ist das Alter des Hundeführers – mit Mitte fünfzig laufen Sie eben nicht mehr so schnell wie mit Anfang zwanzig. Das Alter des Hundes spielt dagegen keine Rolle“, erklärt Walter Rother. 

Ein eingespieltes Team: Walter Rother mit seinen beiden Shelties Chucky und Milo
Ein eingespieltes Team: Walter Rother mit seinen beiden Shelties Chucky und Milo

 

Agility: sportliches Spiel

Viele der insgesamt 35 Mitglieder der Eschweiler Hundefreunde sind neben dem THS mit ihrem Tier auch im Bereich „Agility“ aktiv. Dabei gilt es, wie der mit „Beweglichkeit“ oder „Wendigkeit“ zu übersetzende Begriff nahelegt, einen Parcours mit bis zu 20 Hindernissen wie etwa Tunnel, Steg, Wippe oder Tisch in vorgegebener Reihenfolge zu durchlaufen. Der Hund läuft dabei frei, ist also nicht angeleint, und darf während des Laufs von seinem Hundeführer nicht berührt werden; stattdessen wird er ausschließlich durch Zurufe und Körpersprache geleitet. „Hier zeigt sich ganz besonders, wie Hund und Herrchen oder Frauchen miteinander harmonieren, es kommt darauf an, den Parcours möglichst fehlerfrei zu absolvieren“, erklärt Georg Kauert, der Vereinsbeauftragte für Agility. Wichtig sei dafür vor allem ein hohes Maß an Geschick bei Hund und Mensch, und natürlich viel Training: „Das sieht oft leichter aus, als es ist, man muss mit den Tieren immer wieder üben, wie sie z.B. über eine Wippe kommen oder durch einen engen Tunnel kriechen – in der Natur kommt so etwas ja selten oder gar nicht vor, der Hund muss also erst lernen, wie er mit solchen Hindernissen zurechtkommt.“

Und ist jeder Hund auch dazu in der Lage, so etwas zu lernen? „Im Prinzip ja – Größe und Rasse spielen dabei gar keine Rolle, und wenn der Hund nicht gerade sehr alt ist, ist auch das Alter nicht so wichtig“, weiß Walter Rother. „Beim Training merkt man meist auch ziemlich schnell, ob der Hund Spaß daran hat – und das ist das Wichtigste: Für den Hund sollte das Ganze ein sportliches Spiel sein, die Freude des Tieres sollte im Vordergrund stehen.“

Spielerisch lernen im Welpenkurs

Spielerisch lernen: Darum geht es auch bei den Welpenkursen, die die Eschweiler regelmäßig anbieten. „Das spätere Verhalten des erwachsenen Hundes wird entscheidend in seinen ersten 16 Lebenswochen mitgeprägt. In dieser Phase wird er gewissermaßen sozialisiert, hier entscheidet sich etwa, ob er später einmal zuverlässig und entspannt ist, sich mit anderen Hunden verträgt, Menschen mag und kinderfreundlich ist“, erklärt Irene Rother, die die Welpenkurse der Eschweiler Hundefreunde mit großem Engagement leitet und über 16 Jahre Erfahrung mit den Vierbeinern hat. „Weil der Hund gerade in dieser frühen Phase unheimlich viel lernen muss und man auch jede Menge falsch machen kann, sind die Welpenkurse so wichtig.“ Die jungen Hunde lernen dabei beispielsweise, wie sie sozial und freundlich mit Artgenossen umgehen und die Angst vor Neuem verlieren. Auch das Heranführen an die Umwelt ist ganz wichtig: „Autos, Radfahrer, Jogger, aber auch andere Tiere wie z.B. Enten oder Kühe – das alles ist ganz neu für Hundebabys, sie müssen lernen, richtig damit umzugehen. In den Kursen führen wir sie deshalb auch behutsam an ihre Umwelt heran, auf unserem Gelände, aber auch auf gemeinsamen Spaziergängen durch die Stadt oder mit einem Ausflug in den Alsdorfer Tierpark“, erläutert Irene Rother. Gleichzeitig lernen die Hundehalter, wie sie die Körpersprache ihres Welpen richtig verstehen, ihn rechtzeitig loben oder auch wann und wie sie bei unerwünschtem Verhalten eingreifen sollten.

Einfach mal vorbeischauen

Und wer sich nicht sicher ist, welcher Kurs oder welche Sportart für ihn und seinen vierbeinigen Freund die richtige ist? „Der kann einfach mal zu einem Probetraining bei uns vorbeischauen, kostenlos und unverbindlich“, sagt Walter Rother. „Interessenten sollten dazu den Versicherungsnachweis, Impfausweis und eine kurze Leine mitbringen – und natürlich den Hund. Wir freuen uns auf alle, die uns näher kennenlernen möchten.“

Weitere Informationen über die Eschweiler Hundefreunde sowie ihre Angebote und Aktivitäten finden Sie auf der Homepage des Vereins unter:

www.eschweiler-hundefreunde.de

Interessierte sind zum Probetraining herzlich willkommen; telefonische Anmeldung unter 0157 506 920 23.

Einige weitere Agility- und Hundesportvereine in der Region:

Agility Team Eifel, Simmerath-Lammersdorf  – www.agility-team-eifel.de

EKV e.V. Übach-Palenberg – www.ekvev.com

HSG Niederzier 1995 e.V. – www.hundesportvereinniederzier.de

Hundesportfreunde `93 Gangelt e.V. – www.hsf93.de

Hundesportverein am Tagebau Hambach e.V. – www.hundeverein-arnoldsweiler.de

Rallydogs Dreiländereck e.V. – www.rallydogs-dreilaendereck.com

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