Ein Herz für Tiere

Im Verein Pfötchenhilfe ohne Grenzen e.V. in Monschau kümmern sich ehrenamtliche Tierfreunde um abgegebene, herrenlose und wild lebende Katzen – vor Ort in der Region, aber auch darüber hinaus.

Wer Anita Schallenberg in ihrem Haus in Monschau-Imgenbroich besucht, lernt neben der Hausherrin gleich auch jede Menge tierischer Mitbewohner kennen. Da sind zuallererst Tibetspaniel-Hündin Joline und Shih Tzu Muffin, die das Klingeln an der Tür mit freudigem Bellen quittieren. Dino, ein schon sehr betagter Kater, ist deutlich zurückhaltender. Dann gibt es noch Tiffany und Lotus, zwei Perserkatzendamen mit prächtigem langem Fell, und die beiden Katzenjungen Lorenzo und Leonardo, zwei „wilde Italiener“, wie Anita Schallenberg sie lachend charakterisiert. „Die beiden sind gestern geimpft worden und müssen hier noch einige Zeit in „Quarantäne“ verbringen, bis klar ist, dass sie gesund sind und sich an Menschen gewöhnt haben – dann können wir sie weitervermitteln. Einen Interessenten gibt es schon.“

Einsatz für Tiere in Not
Anita Schallenberg ist Gründerin und Vorsitzende der Pfötchenhilfe ohne Grenzen e.V. Sie und die rund 40 Mitglieder des Vereins kümmern sich mit viel Liebe und Einsatz um Tiere in Not. Schwerpunktmäßig geht es dabei um Katzen in der Nordeifel, doch geht die Hilfe, wie der Name des Vereins schon sagt, bisweilen auch weit über die Region hinaus. So holt die Pfötchenhilfe z.B. auch Hunde, die in Griechenland, Spanien oder Russland unter nicht selten elenden Verhältnissen ihr Leben fristen, nach Deutschland, um sie hier neuen Besitzern zu vermitteln. Und auch Katzen aus Belgien und Frankreich konnte der Verein schon helfen. „Einen Großteil unserer Arbeit macht aber die Vermittlung von Fund- und Abgabekatzen aus der Region aus, für die wir möglichst schnell ein schönes neues Zuhause und liebevolle Besitzer finden wollen“, so Anita Schallenberg.

Bei den Tieren handelt es sich teils um wilde, herrenlose Katzen, die zuerst einmal entwurmt und geimpft und manchmal auch aufgepäppelt werden müssen. Teils sind es auch zahme Stubentiger, die von ihren ehemaligen Besitzern aus vielfältigen Gründen abgegeben worden sind. So z.B. Lilli und Maja: Die beiden Schwestern sind liebevolle, verschmuste Katzendamen, die bislang zusammen in einer Wohnung gelebt haben. Ihre Besitzerin musste sich aufgrund einer plötzlich auftretenden Katzenhaarallergie ihres Kindes schweren Herzens von ihnen trennen. So landeten sie bei der Pfötchenhilfe, wo sie nun auf ein neues Zuhause hoffen. „Lilli ist eine ganz entspannte und gemütliche Katze – sie hat allerdings einen gesegneten Appetit, weshalb wir sie erstmal auf Diät gesetzt haben. Ihre Schwester ist etwas zurückhaltender; hat sie aber einmal Zutrauen zu einem Menschen gefasst, wird sie sehr schmusig und anschmiegsam und spielt sehr gerne“, erzählt Anita Schallenberg über die Samtpfoten. „Jetzt suchen wir eine gemeinsame Bleibe in Wohnungshaltung für die beiden.“

Jede Menge Katzenerfahrung
Etwa ein Dutzend Katzen sind momentan in den Pflegestellen der Pfötchenhilfe untergebracht und warten auf ein neues Zuhause, wo sie dauerhaft bleiben können. Die Pflegestellen werden ehrenamtlich von den Mitgliedern des Vereins betrieben: Sie geben den Tieren eine vorübergehende Bleibe in familiärer Atmosphäre und kümmern sich um sie, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben. Rund vier Wochen dauert das durchschnittlich – mal braucht es etwas länger, mal geht es auch schneller.

Ganz wichtig: „Unsere Mitglieder haben allesamt sehr viel Erfahrung im Umgang mit Katzen, so dass sie sich auf jedes einzelne Tier einstellen und seine Vorlieben und Besonderheiten, seinen Charakter näher kennenlernen können“, weiß Anita Schallenberg. Iris Geerken, die bei sich zu Hause eine Pflegestelle eingerichtet hat und selber vier Katzen und einen Hund besitzt, bestätigt: „Jedes Tier hat ja seine Vergangenheit, die nicht immer nur rosig ist. Oft muss ich das Vertrauen der Katze zum Menschen wieder aufbauen, was im häuslichen Umfeld und mit viel Liebe, Zeit und Geduld am besten möglich ist. Den künftigen Besitzern kann ich dann auch wertvolle Tipps zum Umgang mit der jeweiligen Katze geben.“

Sorge um optimale Bedingungen
Und wie läuft eine Vermittlung konkret ab? Wie kommt eine Katze in ihr neues Zuhause? „Wichtig ist uns, dass jede Katze in ein möglichst optimales Umfeld kommt. Wer ein Tier bei sich aufnehmen möchte, kann sich telefonisch oder per Mail bei uns melden. Auf unserer Homepage gibt es einen Fragebogen, den die Interessenten ausfüllen müssen. So erhalten wir erste wichtige Infos, z.B. über Wohnort und -lage, Größe des Hauses oder der Wohnung, Zahl und Alter der Familienmitglieder usw. Auf diese Weise können wir einschätzen, ob die fragliche Katze für ihren potenziellen künftigen Besitzer infrage kommt – schließlich können wir ein Tier, das an Freigang gewöhnt ist, beispielsweise nicht in eine Etagenwohnung oder in ein Haus vermitteln, das an einer vielbefahrenen Straße liegt“, erklärt Anita Schallenberg.

Um sicherzugehen, dass die Bedingungen stimmen, besuchen die Tierfreunde zudem das neue Zuhause einer Katze, bevor sie abgegeben wird. Außerdem unterschreibt der neue Besitzer vor dem Umzug seines Schützlings einen Vertrag, mit dem er sich verpflichtet, das Tier nicht an Dritte weiterzugeben und es, sollte er sich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr darum kümmern können, wieder an die Pfötchenhilfe zurückzugeben. Zudem ist eine Schutzgebühr zu entrichten, die zumindest einen Teil der Unkosten des Vereins deckt. „All dies gewährleistet, dass die Tiere auch wirklich in gute Hände gelangen“, so Anita Schallenberg.

Tier und Mensch glücklich machen
„Für mich ist das ein sehr erfüllendes Hobby“, sagt die Katzenfreundin, die „nebenbei“ noch ein Geschäft in der Monschauer Altstadt betreibt – mit Fanartikeln für Katzen- und Hundefreunde. Und ihre Vereinskollegin Iris Geerken stimmt zu: „Es ist einfach ein schönes Gefühl, Katzen in ein passendes Umfeld zu vermitteln und so Tier und Mensch glücklich zu machen.“ Dass dies wirklich so ist, davon zeugen die vielen netten E-Mails und Briefe der neuen Besitzer, die die Pfötchenhilfe immer wieder erreichen und davon berichten, wie gut es den Vierbeinern in ihrem neuen Zuhause geht.

Neben den „normalen“ Fällen gibt es immer auch einige Tiere, die – meist aufgrund eines harten Schicksals – nicht mehr weitervermittelt werden können, sondern dauerhaft in den Pflegestellen der Pfötchenhilfe bleiben sollen. So zum Beispiel Mogli, ein alter Perserkater, der nach einem Schlaganfall erblindet ist. Mit viel Mühe und großem Lebenswillen hat er sich anschließend in der Pflegestation zurechtgefunden – doch ein Umzug bzw. ein neues Lebensumfeld durch eine Vermittlung wäre dem bejahrten Kater nicht zuzumuten. Für solche Tiere sucht die Pfötchenhilfe nach Paten, die durch einen finanziellen Zuschuss dafür sorgen, dass die (meist behinderten) Katzen in ihrer Pflegestation bleiben können. Mogli hat übrigens Glück gehabt: Er hat eine Patin aus Langerwehe gefunden und wird nun sein „Altenteil“ in gewohnter Umgebung verbringen können.

Langweilig wird es Anita Schallenberg und ihren Mitstreiterinnen von der Pfötchenhilfe eigentlich nie: Neben den Tieren, die in den Pflegestellen versorgt werden, unterhält der Verein auch fünf Futterstellen für wildlebende Katzen in der Nordeifel. „Die Streuner erhalten dort regelmäßig Futter – und wissen das auch ganz genau“, sagt Iris Geerken. „Zahme herrenlose Katzen, die dort auftauchen, geben wir in die Vermittlung, wilde versuchen wir einzufangen, um sie medizinisch zu untersuchen, wenn nötig zu behandeln und zu kastrieren – dann lassen wir sie wieder frei…“

Steckbriefe und Bilder der Katzen (und auch Hunde), die momentan ein neues Zuhause suchen, sowie viele weitere Informationen über die Arbeit der Pfötchenhilfe ohne Grenzen finden Sie auf der Homepage des Vereins unter:
www.pfoetchenhilfe.com

Wer sich ehrenamtlich oder mit Spenden bei der Pfötchenhilfe engagieren möchte, meldet sich am besten telefonisch bei Anita Schallenberg: 02472 90 99 60
 

 

 

Einige weitere Tierschutzvereine und Tierheime in der Region:

Tierheim & Tierschutzverein für die StädteRegion Aachen e.V.
Feldchen 26
52070 Aachen
Tel.: 0241 9204250
www.tierheim-aachen.de

Tierschutzverein für den Kreis Düren e.V.
Am Tierheim 2
52355 Düren
Tel.: 02421 99 85 50
www.tierheim-dueren.de

Katzen in Not Düren e.V.
Römerstraße 23
52382 Niederzier
Tel.: 02428 2097
www.katzeninnotdueren.de

Tierschutzverein Kreis Heinsberg e.V.
Stapperstraße 85
52525 Heinsberg
Tel.: 02452 7773
www.tierheim-heinsberg.de

Jülicher Tierschutzverein e.V.
Große Rurstraße 19
52428 Jülich
Tel.: 02461/348700
www.tierschutzverein-juelich.de

0 Kommentare
0 Kommentare
Die mit (*) gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.